fallbeispiel

Falldarstellung: ADHS-Prävention – Gedanken aus individualpsychologischer Sicht

Hyperaktive Kinder mit unkontrollierten Verhaltensweisen - oft als ADHS diagnostiziert - sind heute häufig anzutreffen. Wichtig ist u.a. die Prävention bzw. die Verhütung von eskalierenden Entwicklungen. Wie dabei der Beitrag der Schule aus individualpsychologischer Sicht aussehen kann, soll anhand eines Fallbeispiels vorgestellt und diskutiert werden.

Fallbeispiel: Schwierige Kinder aus Sicht der Individualpsychologie

Die folgende Falldarstellung ist aus einer Zusammenarbeit von Herrn Ott, einem
individualpsychologisch orientierten Lehrer, mit dem Verfasser entstanden. Aus
Gründen der Schweigepflicht mussten gewisse Angaben geändert werden. Herrn Ott sei
an dieser Stelle für seine Offenheit und für seine Sensibilität gedankt. Ohne ihn und
seinen Einsatz wäre es nicht zur folgenden Entwicklung und damit nicht zu dieser
Falldarstellung gekommen.

Der Vertrag

Das Beispiel aus einem 9. Schuljahr soll auf die verschiedenen Möglichkeiten von Verträgen hinweisen.

Statt Strenge - Verstehen, Einfühlung und Humor

Ich arbeite als Kindergärtnerin im Kinderspital Zürich. Kranke, aber mobile Kinder besuchen den Kindergarten zwischen 9 und 11 Uhr. Seit zwei Wochen kommt die 5-jährige Sandra zu mir in den Kindergarten. Auf der Abteilung widersetzt sie sich öfters bei pflegerischen Handlungen: sei es beim Waschen, beim Zähne-Putzen usw. Sandra ist das jüngste Kind von drei Geschwistern. Die Eltern sind berufstätig und haben nicht viel Zeit für ihre Kinder.

Unter vier Augen

Fredi darf am Sonntagnachmittag seinen Lehrer zu Hause besuchen. Zusammen hören sie Mozarts Klarinettenkonzert, und Fredi bekommt auf seine Bitte hin einen Sirup. Dann entspinnt sich zwischen den beiden das folgende Gespräch:

Wie Pädagogik gelingen kann

Sabine Weissen ist die Lehrerin von Lukas. Er geht zu ihr in die zweite Klasse. Sie hat mit ihm eine interessante Erfahrung gemacht. Lukas hat bisher in seinem Leben, so schildert sie, „vor allem gewaltvolle Kommunikation erfahren ... in Form von Prügeln, Beschimpfungen und Drohungen. In der Schule kannte er ebenfalls eine raue Sprache und wiederholte Strafen. Da ein autoritär-strafender Stil nicht zu mir passt, musste ich einen anderen Weg suchen. Ich beobachtete ihn sehr genau und hatte so meine Vermutungen, weshalb er immer wieder stört und negative Aufmerksamkeit auf sich zieht".